- Schwache Stürme sind häufig, starke selten — kleine G1-Stürme treten mehrmals im Monat auf, extreme G5-Stürme nur einige Male pro elfjährigem Zyklus.
- Häufigkeit folgt dem Solarzyklus — mehr Stürme treten um das Solarmaximum auf, derzeit sind wir im Solarzyklus 25.
- Zwei Antriebe — CMEs lösen die größten, selteneren Stürme aus, schnelle Sonnenwindströme verursachen häufigere, mildere Wiederholungen.
- Kurzfristige Vorhersage versus Langzeitstatistik — Prognosen reichen meist 1 bis 3 Tage, die Frage nach der Häufigkeit ist statistisch und langfristig.
Wenn Sie sich fragen, ob geomagnetische Stürme seltene Jahrhundertereignisse sind oder eher alltäglich vorkommen, lautet die ehrliche Antwort: Es kommt ganz auf die Stärke an. Schwache, kleine Störungen des Erdmagnetfelds sind überraschend gewöhnlich und treten viele Male im Monat auf. Wirklich starke, erinnerungswürdige Stürme sind selten und erscheinen nur einige Male im Leben einer Person.
Kurzantwort
Wissenschaftler klassifizieren Stürme nach Stärke, oft mit der NOAA G-Skala von G1 bis G5. Der Kp-Index misst die Störung des Magnetfelds in drei Stunden-Schritten und ab Kp 5 beginnt ein Sturm, entsprechend G1. NOAA SWPC liefert Durchschnittswerte pro elfjährigem Solarzyklus. Die Verteilung ist stark asymmetrisch: sehr viele G1-Ereignisse, sehr wenige G5-Ereignisse. Zum Beispiel treten pro Zyklus grob 1 700 G1-Ereignisse und nur etwa 4 G5-Ereignisse auf.
Warum die Häufigkeit mit dem Solarzyklus schwankt
Die Sonne durchläuft einen etwa elfjährigen Aktivitätszyklus zwischen Minimum und Maximum. Um das Solarmaximum entstehen mehr Sonnenflecken, Flares und coronal mass ejections, daher nehmen sowohl die Anzahl als auch die Intensität der geomagnetischen Stürme zu. Das erklärt, warum Stürme nicht gleichmäßig über die Jahre verteilt sind. Im Oktober 2024 wurde das Maximum von Solarzyklus 25 bestätigt, weshalb die Mitte der 2020er Jahre aktiver ist.
Zwei verschiedene Antriebe hinter den Stürmen
Coronal mass ejections sind große, eruptive Wolken, die die stärksten und oft kurzfristig eintreffenden Stürme auslösen. Schnelle Sonnenwindströme aus koronalen Löchern sind weniger heftig, können aber länger andauern und alle etwa 27 Tage wiederkehren, solange ein Loch persistent ist. So bleiben selbst ruhige Jahre nicht völlig sturmfrei.
Seltene Extreme und Datenbasis
Die Extremfälle wie das Carrington-Ereignis von 1859 sind sehr selten, Spitzenereignisse treten im Mittel über Jahre bis Jahrzehnte auf. Verlässliche Häufigkeitsabschätzungen beruhen auf Langzeitmessungen von NOAA SWPC und dem GFZ Kp-Index, dessen historische Reihe bis 1932 zurückreicht. Diese Daten stützen die klare Schlussfolgerung: viele kleine Stürme, wenige große.
Praktisches für den Alltag
Kleine Stürme sind Routine und meist unproblematisch. Starke Stürme fallen auf, lösen Nachrichten über Polarlichter und gelegentliche technische Störungen aus. Kurzfristige Vorhersagen funktionieren auf Sicht von ein bis drei Tagen, während die Frage nach „wie oft“ nur mit langfristigen Statistiken beantwortet werden kann.
Quellen
NOAA SWPC und GFZ Kp-Index liefern die zugrundeliegenden Daten und Analysen.
