- Kp ist ein globaler Störungsanzeiger des Erdmagnetfelds auf einer Skala von 0 bis 9.
- Der Wert wird alle drei Stunden aus dem Mittel von 13 Beobachtungsstationen berechnet.
- Die Skala ist quasi logarithmisch, hohe Werte bedeuten deutlich stärkere Stürme.
- Ab Kp 5 gilt es als geomagnetischer Sturm und entspricht NOAA G1 bis G5; Kp misst Magnetismus, nicht Gesundheit.
Wenn Sie sich auch nur etwas für Weltraumwetter interessieren, ist Ihnen sicher schon die kleine Zahl aufgefallen, über die alle reden: der Kp-Index. Mal steht er bei 2 und niemanden stört es, ein anderes Mal springt er auf 7 und plötzlich füllen sich die Nachrichten mit Polarlichtfotos und Warnungen vor einem geomagnetischen Sturm. Was verbirgt sich hinter dieser Zahl, wie entsteht sie und was bedeutet sie für den Himmel über Ihnen und für Menschen, die auf Wetterempfindungen achten?
Was der Kp-Index misst
Die Erde besitzt ein Magnetfeld, das normalerweise relativ stabil ist. Der Sonnenwind aus geladenen Teilchen drückt und rüttelt jedoch ständig daran. Der Kp-Index fasst in einer einzigen Zahl zusammen, wie stark das Magnetfeld über einen Zeitraum von drei Stunden gestört wurde. Er beschreibt die globale Situation, nicht die Bedingungen an einem konkreten Ort. Kp sagt also etwas über die Magnetfeldunruhe auf Planetenniveau, nicht über lokale Wolken, Temperaturen oder persönliche Symptome.
Wie der Wert zustande kommt
Weltweit messen Magnetometer winzige Schwankungen des Feldes. Für jede Station wird während eines drei Stunden langen Zeitfensters eine lokale K-Zahl von 0 bis 9 vergeben. Der planetarische Kp-Wert ist das standardisierte Mittel dieser lokalen K-Werte von 13 Observatorien, die ungefähr zwischen 44 und 60 Grad geomagnetischer Breite liegen. Diese Mittelung verhindert, dass ein einzelner Ort das Gesamtbild dominiert. Es gibt geschätzte Echtzeitwerte und später bestätigte Endwerte, die meist sehr ähnlich sind.
Die Skala und ihre Einordnung
Kp ist nicht linear sondern quasi logarithmisch. Das bedeutet: der Sprung von 4 auf 5 ist deutlich gravierender als der Sprung von 1 auf 2. Typische Einordnung in Kürze:
- Kp 0 bis 2: ruhig
- Kp 3 bis 4: unruhig bis aktiv
- Kp 5: kleiner Sturm, offiziell Sturmstufe
- Kp 6 bis 9: zunehmend stärker, Kp 9 ist extrem
NOAA koppelt die Werte an eine G-Skala: Kp 5 entspricht G1, Kp 6 entspricht G2 und so weiter bis G5 für Kp 9. Die G-Labels helfen, mögliche Auswirkungen zu kommunizieren, etwa für Stromnetze, Satellitenbetreiber und Polarlichtbeobachter.
Grenzen und praktische Hinweise
Kp glättet kurzfristige Ausbrüche und lokale Unterschiede, daher kann es trotzdem kurze, heftige Ereignisse geben. Ein hoher Kp-Wert erhöht die Chance auf sichtbares Polarlicht weiter südlich, garantiert es aber nicht, da lokale Wetterbedingungen, Lichtverschmutzung und Uhrzeit entscheidend sind. Kp beschreibt Magnetismus, nicht Gesundheit: wer Zusammenhänge zwischen persönlichen Beschwerden und geomagnetischer Aktivität beobachtet, sollte dies als persönliche Beobachtung betrachten und medizinischen Rat bei Bedarf einholen.
Quellen:
NOAA Space Weather Prediction Center — Planetary K-index: https://www.swpc.noaa.gov/products/planetary-k-index
NOAA Space Weather Prediction Center — The K-index (technical note): https://www.swpc.noaa.gov/sites/default/files/images/u2/TheK-index.pdf
NOAA Space Weather Prediction Center — Geomagnetic Storms and the NOAA G-scale: https://www.swpc.noaa.gov/phenomena/geomagnetic-storms
GFZ Helmholtz Centre for Geosciences (Potsdam) — Geomagnetic Kp index: https://www.gfz.de/en/section/geomagnetism/data-products-services/geomagnetic-kp-index
Matzka J. et al. (2021), The Geomagnetic Kp Index and Derived Indices of Geomagnetic Activity, Space Weather: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2020SW002641
