- Ein Magnetsturm stört das Erdmagnetfeld, er ist kein Wetterereignis.
- Ursache sind Energieschübe von der Sonne, meist eine Coronal Mass Ejection.
- Stärke wird mit dem Kp‑Index (0–9) und der G‑Skala (G1 bis G5) beschrieben.
- Sichtbares Zeichen sind Polarlichter, außerdem können GPS, Funk und Satelliten gestört werden.
- Zuverlässige Daten liefern Behörden wie NOAA SWPC und GFZ.
Wenn Menschen den Begriff "Magnetsturm" hören, stellen sie sich oft Gewitterwolken oder starken Wind vor. Ein Magnetsturm hat damit jedoch nichts zu tun. Er findet im Weltraum statt, hoch über den Wolken, in der unsichtbaren Magnetblase, die die Erde umgibt. Dieser Text erklärt in klarer Sprache, was ein Magnetsturm ist, woher er kommt und wie Wissenschaftler ihn messen.
Ein Sturm im Weltraum, nicht am Himmel
Der korrekte Begriff lautet geomagnetischer Sturm. Nach Angaben der US‑Behörde NOAA ist das eine erhebliche Störung der Magnetosphäre, also des schützenden Magnetfeldes, das unseren Planeten wie ein unsichtbarer Schutzschild umgibt. Es lenkt die meisten geladenen Teilchen ab, die ständig von der Sonne zu uns strömen.
Ein geomagnetischer Sturm entsteht, wenn dieses Feld heftig in Bewegung gerät. Normalerweise ist die Magnetosphäre ruhig. Manchmal trifft jedoch ein starker Energieschub von der Sonne ein und rüttelt das Feld auf, ähnlich wie ein kräftiger Wind ein Zelt zum Flattern bringt. Obwohl es keinen Regen und keinen spürbaren Wind gibt, sprechen Wissenschaftler von einem Sturm, weil die Magnetosphäre deutlich gestört wird.
Wo alles beginnt: die Sonne
Jeder Magnetsturm hat seinen Ursprung bei der Sonne, rund 150 Millionen Kilometer entfernt. Die Sonne schleudert ständig geladenes Gas namens Sonnenwind in den Raum. Gelegentlich setzt sie dabei deutlich größere Ausbrüche frei, vor allem Sonnenfleckenexplosionen und Coronal Mass Ejections, also riesige Wolken aus Plasma und Magnetfeld.
Besonders CMEs sind oft verantwortlich für starke Stürme. Trifft so eine große, magnetisierte Blase die Erde, prallt sie auf das Magnetfeld und kann es stark aufwühlen.
Wie die Störung auf die Erde wirkt
Ob aus einem Sonnenausbruch tatsächlich ein starker Magnetsturm wird, hängt unter anderem von der Ausrichtung des mitgebrachten Magnetfeldes ab. Wenn das Feld der eintreffenden Wolke gegen das Erdmagnetfeld gerichtet ist, kann es sich verbinden und Energie sehr effizient in die Magnetosphäre einspeisen. Das verstärkt die Störung.
Messung: der Kp‑Index und die G‑Skala
Weltweit messen Observatorien kontinuierlich kleinste Veränderungen des Erdmagnetfeldes. Daraus wird der Kp‑Index berechnet, eine Skala von 0 bis 9. Ab Kp 5 spricht man von einem geomagnetischen Sturm. Um es anschaulicher zu machen, ordnet NOAA den Kp‑Werten eine G‑Skala zu, von G1 (leicht) bis G5 (extrem). Seit 1997 berechnet das GFZ in Niemegk den offiziellen globalen Kp‑Index.
Was man wirklich bemerkt
Für die meisten Menschen bleibt ein Magnetsturm unbemerkt. Das sichtbarste Zeichen sind Polarlichter, die während starker Stürme weit von den Polen aus zu sehen sein können. Technisch können Stürme Funk, GPS und Satelliten stören und in extremen Fällen Stromnetze belasten. Deshalb verfolgen Agenturen wie NOAA SWPC und GFZ die Aktivität genau.
Quellen
- NOAA Space Weather Prediction Center — Geomagnetic Storms: https://www.swpc.noaa.gov/phenomena/geomagnetic-storms
- NOAA Space Weather Prediction Center — Planetary K-index: https://www.swpc.noaa.gov/products/planetary-k-index
- GFZ Helmholtz Centre for Geosciences — Geomagnetic Kp index: https://www.gfz.de/en/section/geomagnetism/data-products-services/geomagnetic-kp-index
