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Wie Luftdruck und Blutdruck zusammenhängen

Luftdruck und Blutdruck teilen Namen und Einheit, sind aber unterschiedliche Größen. Das Wetter beeinflusst den Blutdruck, doch meist ist die Temperatur der entscheidende Faktor: Kälte erhöht den Blutdruck, Wärme senkt ihn.

Wie Luftdruck und Blutdruck zusammenhängen
Datenquellen: NOAA SWPC, GFZ Potsdam, IZMIRAN.
Kurz gesagt
  • Luftdruck und Blutdruck sind verschiedene Größen, die zufällig mmHg als Einheit teilen.
  • Der direkte physikalische Einfluss des Luftdrucks auf Gefäße ist sehr gering.
  • Temperatur bestimmt den größten Teil der Wetterwirkung auf den Blutdruck.
  • Sinkender Luftdruck kann bei empfindlichen oder älteren Menschen über das autonome Nervensystem eine Rolle spielen.

Menschen sprechen oft vom "Druck" und verwechseln damit zwei grundverschiedene Dinge. Auf der einen Seite steht der atmosphärische oder barometrische Druck, das Gewicht der Luftsäule über uns. Auf der anderen Seite steht der Blutdruck, die Kraft, mit der das Herz das Blut durch die Arterien presst. Beide Größen werden manchmal in mmHg angegeben, und genau das erzeugt die Erwartung, sie müssten direkt zusammenhängen. In Wahrheit ist der Zusammenhang gründlicher und weniger trivial als ein einfacher Gleichlauf der Messwerte.

Zwei verschiedene Drücke

Atmosphärischer Druck entsteht durch die Masse der Luft über dem Boden und liegt auf Meereshöhe bei etwa 1013 hPa, das entspricht rund 760 mmHg. Er schwankt mit den Wetterlagen. Blutdruck entsteht im Körper durch Herzschlag, Gefäßtonus und Regulation durch das Nervensystem. Er wird am Oberarm mit einer Manschette gemessen. Weil Wetterschwankungen nur um einige mmHg gehen, während der Atmosphärendruck insgesamt hunderte mmHg beträgt, ist ein direkter mechanischer Einfluss auf die Arterien vorrangig unwahrscheinlich.

Direkte mechanische Wirkung

Der Körper ist kein starrer, luftdichter Behälter. Flüssigkeiten und Gewebe gleichen Druckunterschiede sehr schnell aus. Daher hat ein fallender Luftdruck nur eine verschwindend kleine unmittelbare Auswirkung auf den Druck in den Blutgefäßen. Das bedeutet aber nicht, dass das Wetter keinen Effekt hat. Dieser Effekt läuft meist indirekt, zum Beispiel über Temperaturänderungen, das autonome Nervensystem und verändertes Verhalten.

Temperatur ist der Hauptfaktor

Langfristige Studien zeigen konsistent, dass der Blutdruck im Winter im Durchschnitt höher und im Sommer niedriger ist. Kälte löst Vasokonstriktion aus, die Gefäße in der Haut verengen sich um Wärme zu sparen. Das erhöht den Gesamtwiderstand, gegen den das Herz arbeiten muss, und damit den Blutdruck. Wärme führt zu Gefäßerweiterung, geringerer Peripheriewiderstand und sinkendem Blutdruck. Wenn Forscher Temperatur und Luftdruck statistisch trennen, bleibt die Temperatur meist der stärkere Prädiktor.

Warum manche Menschen empfindlicher sind

Die Reaktion auf Wetter variiert stark. Ältere Menschen zeigen oft ausgeprägtere saisonale Schwankungen, weil die autonome Regulation weniger flexibel ist. Menschen mit hohem Blutdruck oder mit besonders reaktivem Nervensystem reagieren ebenfalls stärker. Dazu kommen Verhaltensänderungen im Winter wie weniger Bewegung und andere Ernährungsgewohnheiten, die den Effekt verstärken können.

Was Sie beachten sollten

Ein paar mmHg Unterschied zwischen Sommer und Winter sind für die meisten Menschen unproblematisch. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Ihre Messwerte oder Beschwerden wetterabhängig sind, lohnt es sich, das mit einem Arzt zu besprechen und über Saisontemperaturen und Messbedingungen Buch zu führen. Wetter allein ist kein Grund, Behandlungsentscheidungen ohne ärztlichen Rat zu treffen.

Quellen

MeteoStorms-Redaktion

Erstellt aus aktuellen Daten von NOAA SWPC, GFZ Potsdam und IZMIRAN und von unserer Redaktion geprüft. Wir schreiben über geomagnetisches Wetter ohne Panikmache.

Erstellt aus aktuellen Daten von NOAA SWPC und GFZ Potsdam und vom MeteoStorms-Team geprüft.

Datenquellen:NOAA SWPC, GFZ Potsdam

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